Der fremderregte Gleichstrommotor
Fremderregter Gleichstrommotor - Nebenschlussmotor ohne dessen Nachteile

Der fremderregte Gleichstrommotor ist prinzipiell genauso aufgebaut wie der Nebenschlussmotor, jedoch mit dem einzigen Unterschied, dass Ankerstrom und Erregerstrom aus unterschiedlichen Quellen gespeist werden. Daraus ergeben sich zwei wesentliche Vorteile: Zum Einen ist die große Gefahr des Nebenschlussmotors, nämlich der unkontrollierte Anstieg der Drehzahl bei einem Wegfall des Erregerstromes, nicht mehr zu berücksichtigen, da man den Anschluss an die externe Stromquelle mechanisch ohnehin stabil gestalten muss und die Gefahr des Lösens der mechanischen Verbindung somit nicht mehr gegeben ist.
Vor- und Nachteile beim fremderregten Gleichstrommotor
Der andere große Vorteil ist, dass man durch die Versorgung der Erregerspule mit einem externen Strom die Möglichkeit bekommt, auf die Stärke des Feldes einzuwirken und es zum Zwecke der Drehzahlerhöhung entsprechend abschwächen zu können. Der Nachteil, der sich dadurch ergibt, ist, dass Drehmomentschwankungen durch die Last leichte Drehzahländerungen ergeben. Dies kann man jedoch mit Hilfe von externer Beschaltung entsprechend korrigieren, sodass der fremderregte Gleichstrommotor auch bei Drehmomentschwankungen eine konstante Drehzahl beibehält. Die Bedeutung des fremderregten Gleichstrommotors hat seit der fortgeschrittenen Entwicklung des Drehstrommotors beachtlich abgenommen.
Der Leonardsatz: Variable Regelung der Motordrehzahl bei hoher Leistung
Früher gab es mit dem Leonardsatz eine sehr wichtige Anwendung für den fremderregten Gleichstrommotor: Der Leonardsatz bestand aus einem asynchronen Drehstrommotor, einem fremderregten Gleichstromgenerator und einem fremderregten Gleichstrommotor. Diese Einheit stellte zu Beginn des 20. Jahrhunderts die einzige Möglichkeit dar, um auch bei sehr großen Leistungen die Motordrehzahl variabel regeln zu können.
Weitere Anwendung fand der fremderregte Gleichstrommotor bei der Pendelmaschine für Motorenprüfstände, beim Antrieb von Bohrmaschinen und Scheibenwischer, sowie als Antriebsmotor für die Baureihe 420 der Deutschen Bahn.
