Grundsätzlicher Aufbau

Für den Reihenschlussmotor gibt es zahlreiche Synonyme: Je nach Anwendung wird er als Hauptschlussmotor, Universalmotor oder auch Allstrommotor bezeichnet. Er zeichnet sich dadurch aus, dass Erregerwicklung und Ankerwicklung in Reihe geschaltet sind, was bedingt, dass die Erregerwicklung entsprechend niederohmig ist, sodass an ihr nicht die gesamte Spannung abfällt.

Betrieb mit Wechselspannung

Sein Synonym Allstrommotor ergibt sich deswegen, weil der Reihenschlussmotor auch mit Wechselspannung betrieben werden kann. Denn eine Versorgung mit Wechselspannung bewirkt ein Wechsel des Erregerfeldes und des Ankerstromes nach jeder Halbwelle, sodass es letztendlich den gleichen Effekt wie Gleichspannungsbetrieb mit Kommutator hat. Für den Betrieb mit Wechselspannung ist es jedoch erforderlich, den ohnehin nicht mehr benötigten Kommutator wegzulassen und den Eisenkern des Stators als Blechpaket auszuführen, sodass Wirbelströme weitgehend vermieden werden. In früheren Elektrolokomotiven wurden Reihenschlussmotoren eingesetzt, die mit einphasigem Wechselstrom betrieben wurde. Die ideale Frequenz betrug damals 16,7 Hz, bis heute hat man aus historischen Gründen diese Frequenz im europäischen Bahnnetz nicht geändert. Außerdem finden mit Wechselspannung betriebene Reihenschlussmotoren unter dem Synonym "Universalmotor" auch in Staubsaugern, Küchengeräten, Bohrmaschinen, elektrischen Sägen sowie weiteren Hand- und Küchengeräten Verwendung.

Reihenschlussverhalten

Der Reihenschlussmotor hat im Gegensatz zu allen anderen Gleichstrommotoren die Eigenschaft, dass die abgegebene Drehzahl lastabhängig ist, dass heißt mit abnehmendem Drehmoment sinkt die Stromaufnahme, dadurch wird das Erregerfeld geschwächt und damit steigt die Motordrehzahl. Deswegen wird dieses Verhalten in der Fachliteratur auch als Reihenschlussverhalten bezeichnet. Wenn man den Motor ohne Last, also im Leerlauf betreibt, kann dieses Verhalten dazu führen, dass der Motor durchdreht und sich die Drehzahl immer weiter erhöht, bis schließlich die Zentrifugalkräfte den Motor auseinander reißen. Deshalb ist es notwendig, den Motor immer mit einer Grundlast zu betreiben.

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